Scheitern

Fail!

Es ist wieder geschehen… ich habe etwas voller Begeisterung begonnen, alle Welt verrückt gemacht mit dieser tollen neuen Superidee, dieser Fun-Challenge mit Tiefgang und Nachhaltigkeits-Effekt. Nur um es dann nicht zu beenden.

Erst war es nur eine kleine Verzögerung im Zeitplan. “Kein Problem! Das hol ich wieder rein!” …habe ich aber nicht. Tue ich nie. Ich falle bloß immer weiter hinter dem Zeitplan zurück.

Loser

Vielleicht hätte es geholfen nicht wieder alles ganz besonders schön und gut machen zu wollen?

Vielleicht hätte es geholfen so viel Ordnung zu halten – auch IM Computer – dass ich tatsächlich alles sofort aufrufen kann?

Vielleicht hätte es geholfen nicht noch das nächste “Projekt” anzufangen, den nächsten Kurs, die nächste Ausbildung?

Diesmal war es die ##radicalselflovechallengejuly von .

Und der Gateway Dreaming Course. Der große Schreibkurs der Schule des Schreibens und der der Cornelia Goethe – Akademie. Alle bezahlt, alle motiviert begonnen, keinen beendet. Ganz zu schweigen von all den meist freien Lock-Webinars und “Trainingscalls” die Leuten z.B. zeigen wollen wie sie mit dem was sie gerne machen unverschämt reich werden (das wären bei mir dann u.a. schlafen, entspannt vor mich hinschwimmen oder lesen – in einem echten Buch mit der freundlichen Attitüde über gelegentliche Fehler hinweg zu sehen ;-p ).

Mittlerweile bin ich eine Meisterin darin günstige Vertragsänderungen und nachsichtige, verständnisvolle Kulanz zu erreichen, auch über Jahre hinweg. Bringt aber nix. Das mit dem Fertigmachen macht sich nicht einfach so von selbst, vom freundlichen Reden bzw. Mailen und Versicherungen meiner Motivation jetzt” alles anders zu machen” und “voll durchzustarten”. Du kannst dich darauf verlassen: die Lösung der nächsten Aufgabe kommt diese Woche noch zu dir. Und fertig.

Ganz böswillig oder psychoanalytisch könnte man da jetzt Muster vermuten, Absicht, perfide ausgeklügelte Vermeidungs- und Verzögerungsmechanismen.

Zu Recht. Aber ich habe gerade von einem Kurs gelesen… kostet nur 100,-€… das sollte man sich schon wert sein!

Wo wir gerade wieder bei der viel beschworenen Selbst-Liebe sind: Mit sofortiger Wirkung führe ich mein neues Projekt “entspanntes Scheitern wider passiv-aggressiv manipulativer Absichts-Überforderung” ein. Das wird die nächste Gaudi-Challenge! Der nächste Twitter-Trend #### Ne super Selfie-Sause!

Ganz bestimmt. Ich trete derweil mal meinem Ego und meinem Schweinehund gleichermaßen in den Arsch. Und wenn letzterer sich endlich aufgerafft hat meine gezwungene Hyperaktivität lahmzulegen statt meiner durchdachten Produktivität, schicke ich mein Ego mit dem Banner “Versagen statt Plagen” durch die marktschreierischen Selbsthilfe-Instanzen.

Soll man nicht immerzu daß Loslassen üben? Und entspannt im Fluß des Lebens paddeln? Zuzugeben gescheitert zu sein, hinterlässt keinerlei Erwartungen und nimmt den Druck das Versagen verhindern zu müssen. Das sollte man sich schon wert sein!

Man kann schließlich bloß besser werden. Oder eben auch nicht. Versagen statt Plagen! ;)

Heute schmeiße ich hin. Vielleicht greife ich noch einmal etwas auf, was mir Spaß macht. Wenn ich Zeit habe. Ich glaube dieses Scheitern ist ein echt entspannter Ort. So wie im Sommer am Meer im Sand liegen; die Sonne auf der Haut; eine leichte salzige Brise um die Nase; das Rauschen der Wellen im Ohr, das Lachen der Menschen und ferne Schreien der Möwen; gedankenverloren in den leuchtend blauen Himmel blinzeln und Schäfchenwolken zu Drachen, Pferden und niedlichen Häschen werden lassen.

 

Ja. Das sollte man sich aus purer Selbsliebe einfach mal wert sein.

 

 

 

 

 

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