UnperfektSEIN üben…

Ich bin unperfekt und perfektionistisch. Ein klarer Garant für Unzufriedenheit, ständige Enttäuschungen, Überforderung, Ermüdung und fruchtlose Pläne; immer neue Pläne alles besser zu machen. Beim nächsten Projekt bin ich disziplinierter, schneller, besser, motivierter.

 

Die Bilanz bis dato:

 

  • ~ 172 Geschichtenideen vs. 1 veröffentlichte Dreiseiten-Kurzgeschichte (“Reise ins Licht”)
  • ~ 20 angefangene Kurse vs. 0 abgeschlossene Kurse
  • 1 angefangenes Biostudium ohne Abschluss
  • runder Bauch & schmerzender Rücken vs. regelmäßige Ertüchtigung
  • Über(re)aktion vs. immer längere Erholungsphasen

 

Manchmal wundere ich mich dass ich überhaupt eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung vorweisen kann.
Neue Pläne zu machen bzw. neue Projekte anzugehen ist wie eine Sucht. Die Begeisterung ist jedes Mal euphorisch, die Motivation prickelnd hoch und die einleuchtenden Pro-Argumente positiv überzeugend. Bis, ja bis der Glanz des Neuen getrübt worden ist durch die lästigen Pflichten, die – machen wir uns nichts vor – immer dazu gehören um etwas zum Erfolg zu verhelfen.

Und immer wieder werde ich (dann) ausgebremst, mal mit quietschenden Reifen, mal stelle ich verwundert fest dass ich stehen geblieben bin, manchmal fährt der Karren in den Dreck obwohl ich das Lenkrad rumreißen wollte und mal gucke ich einfach dabei zu.

Wie neulich: Je länger diese Homepage auf Content wartet, je länger sie noch Kinderkrankheiten hat, die partout nicht ausheilen wollen… desto geringer ist meine verfügbare Energie. Hier ein Bug, da ein gehackter Skype-Account, zusammenbrechende Telefonleitungen… letztlich keine großen Schäden, aber Verzögerungen. Nach der freundlichen Erinnerung meines Administrators, dass was geschieht uns immer etwas sagen wollte, hatte ich den Entschluss gefasst 14 Tage „Urlaub“ zu machen und offline zu bleiben. Zumindest bis Merkur nicht mehr rückläufig war und die Technik vielleicht wieder zurechnungsfähig. ;-)

 

Offline also, um mich meinen Ängsten und Blockaden bzgl. Selbständigkeit, leerer Konten und Perspektiven zu stellen. Ich übe mich im Unperfekt-Sein.
Mit einer Homepage voller Baustellen. Mit einer unaufgeräumten Wohnung. Mit langsamem Vorwärtskommen. Mit fließenden statt punktgenauen Zeichnungen. Mit improvisierten Zeremonien voller Ehrlichkeit statt lang geplanter Rituale. Mit ZeitRAUMplänen statt durchgetackteter Tage. Mit ganz viel Zugeben von Ängsten, Unsicherheiten und Fragen. Mit dem bewussten Abklopfen meines Fassenden-Putzes.
Vielleicht sollte ich einfach jeden Tag etwas tun, vor dem ich Angst habe? Das passende Buch habe ich ja schon längst gelesen: “Wer nichts riskiert, verpasst das Leben” von Noelle Hancock. ;-)

 

Tue jeden Tag etwas, das dir Angst macht. ~ Eleanor Roosevelt

 

Dann schlüge ich sogar zwei Fliegen mit einer Klappe: Unperfektsein-üben und Sich-Ängsten-stellen.
…Aber auch das ist wieder ein ganz toller, aufregender, neuer Plan. ;-)

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