DoodleReise ins Licht

Reise ins Licht

Ich hatte nie Angst vor dem Tod. Nur Angst vor den Umständen meines Todes. Ich wollte immer in Ruhe einschlafen. Ich wollte ein langes, ausgefülltes Leben gelebt haben, auf das ich glücklich und stolz zurückblicken könnte. Doch ich dachte, ich würde nie lange genug gelebt haben….
Nun stehe ich an der Schwelle, an der sich entscheidet ob ich sterbe oder lebe. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam. Ich glaube auch nicht, dass es wichtig ist, so etwas zu wissen. Nicht mit dem Lichte im Angesicht, was so viele Namen, aber kein Antlitz hat.
Obwohl… nein, mir ist keine Gewalt angetan worden, es waren kleine unsichtbare Lebewesen, die mich soweit gebracht haben. Andere Lebewesen verschulden mein Sterben. Eine seltsame Welt.
Plötzlich fühle ich mich leicht, befreit von einem engen Gefängnis. Ich kann schweben, ich kann fliegen, ich kann mich selbst dort liegen sehen. Und ich möchte ihnen, die sie an meinem Bett weinen, zurufen, dass nichts Schlimmes geschieht. Dass ich nicht fort bin.
Aber sie hören nichts, Trauer lähmt ihre Sinne. Sinne, die in dieser Welt ohnehin zu sehr verkümmert sind. Ich weiß, manche könnten mich sehen, könnten mich erahnen, könnten mich noch immer spüren. Denn noch bin ich ganz nah, hier bei ihnen. Aber ich weiß auch, dass es Zeit ist zu gehen. Nicht zu verlassen, dass könnte ich nie. Nur woanders hin zu ziehen und vielleicht die anderen Teile meiner Seele wieder zu finden, von denen ich immer schon vermutet habe, dass sie irgendwo auf mich warten. Und so wende ich mich ab, mit ihnen im Herzen und nähere mich dem Licht, das mich wärmend umfängt. In einem Bann, der stärker ist als alles zuvor Gewesene.

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